Frauen der Stimmfusions-Chöre und „Die Troerinnen“ im Kölner Schauspielhaus

„A i-es o e-klü-es o a-nä-kus-ta-tas …“, was wie der Versuch der Kreation eines neuen griechischen Alphabets anmutet, ist Teil eines dreiminütigen Auftritts der Stimmfusions-Frauen in der aktuellen und leider auch letzten Inszenierung der Kölner Schauspielhaus-Intendantin Karin Beier!

Anfang Juni hielt der Anrufbeantworter der „Rheintöchter“ eine besondere Überraschung bereit: Die Referentin von Karin Beier teilte mit, dass für die letzte Inszenierung Beiers in Köln, „Die Troerinnen“ von Euripides, ein Frauenchor gesucht wird! Dann ging alles ganz schnell. Im Nu waren die Kontakte geknüpft, um gemeinsam mit dem Schauspielhaus die gewünschte Anzahl von 60 Frauen für den Chor zusammenzutrommeln. Bereits zwei Wochen später begannen die ersten Proben mit einer bunten Mischung aus Frauen der Kölner Stimmfusion, des After Work-Chors und des Koreanischen Frauenchors Köln. Zunächst noch unter der Leitung von Jörg Gollasch, der die musikalische Leitung der Troerinnen übernommen und gerade die ersten Takte des Klage-Wechselgesangs des Chors mit den Schauspielerinnen komponiert hatte, erahnten wir damals bereits, dass unsere Mitwirkung am Klage-Chor ein einmaliges Erlebnis für uns werden würde, das keine von uns jemals vergessen wird.

Am Freitag, den 11.01.2013, dann die Premiere: „Wenn man Beiers Arbeit überhaupt etwas vorwerfen kann, dann wäre das vielleicht die Perfektion, mit der ihr Theaterräderwerk mittlerweile arbeitet und die schon fast unheimlich ist. Wie beispielsweise die makellose Verzahnung der Sprechchorszene auf der Bühne mit den hinter der Zuschauertribüne positionierten Frauenchören, die sich mit donnernder Intensität entluden.“ (Auszug aus www.nachtkritik.de, 11.01.2013).

Dass die Vorstellungen von Karin Beier und Jörg Gollasch dann auch in der Premiere so erfolgreich realisiert werden konnten, ist nicht zuletzt der hervorragenden Arbeit unserer Frau Kappellmeister Ilka Tenne zu verdanken. Sie versteht es, nicht nur den Chor zur emotionalen Höchstleistung zu motivieren, sondern auch die Einsätze der Schauspielerinnen und Frauen des Troerinnen-Chors über die Distanz der Zuschauertribüne perfekt aufeinander abzustimmen!

„Oi moi, Oi moi“ ist inzwischen zu einem geflügelten Wort unter den Chorfrauen geworden und jede von uns ist begeistert, Teil der letzten Inszenierung von Karin Beier zu sein. Wir danken ihr herzlich für das in uns gesetzte Vertrauen und wünschen ihr als zukünftiger Intendantin des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg alles Gute und viel Erfolg. Noch mehr allerdings wünschten wir uns, dass wir und Köln sie irgendwann zurück gewinnen können!